Das Unterbewusstsein

„Hypnotische Suggestion kann den Gebrauch von Fähigkeiten und Potentialen erleichtern, die in einem Menschen bereits existieren, aber aufgrund mangelnden Trainings oder Verständnisses ungenutzt oder unterentwickelt bleiben. „ (Milton H. Erickson)

Unser Gehirn sieht manche Dinge anders als unser Auge

Das Unterbewusstsein ist ein Bereich in der menschlichen Psyche, der dem Bewusstsein nicht direkt zugänglich ist. Wir unterscheiden diesen Bereich in ein Unterbewusstsein und ein Unbewusstsein. Das Unbewusstsein unterscheidet sich zum Unterbewusstsein dadurch, dass wir auf diese Teile fast keinen Zugriff haben.  Die meisten lebenswichtigen Funktionen laufen im Unbewusstsein ab, bspw. die Atmung.  In der Psychologie wird davon ausgegangen, dass das menschliche Handeln, Fühlen und Denken entscheidend durch unbewusste psychische Prozesse beeinflusst wird.  Es handelt sich dabei um Abläufe, die ohne innere Wahrnehmung und ohne Reflexion verlaufen. Hier  können beispielsweise unbewusst  Urteile gefällt oder Schlüsse gezogen werden, die bei bewusster Betrachtungsweise nicht in Betracht gekommen wären. Auch wenn es bisher keine wissenschaftlichen Beweise für die Existenz eines

Unterbewusstseins gibt, so gehen viele psychologische Ansätze doch davon aus. Während beim Bewusstsein beliebige Inhalte in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt und dort bedacht werden können, lässt sich beim Unterbewusstsein auch mit willentlicher Anstrengung ein seelischer Inhalt nicht bewusst machen. Neben dem eigenen Unterbewusstsein gibt es Verfechter der Annahme, dass es auch ein kollektives Unterbewusstsein gibt.

Was beinhaltet das Unterbewusstsein?

Das Unterbewusstsein ist die Summe aller Vorstellungen, Erinnerungen, Eindrücke, Motive, Einstellungen und Handlungsbereitschaften, die in uns sind, die aber zurzeit nicht aktiv sind. Diese werden derzeit aktiv nicht in unserer Psyche bearbeitet, sind uns derzeit also nicht bewusst. Dennoch spielen auch inaktive – also unterbewusste Elemente –  eine wichtige Rolle bei unserem täglichen Handeln und Denken.

Vom Bewusstsein zum Unterbewusstsein

Lernen ist ein gutes Beispiel um zu verdeutlichen, wie die Phasen vom Bewusstsein zum Unbewusstsein ablaufen. Wir unterscheiden hier vier Abschnitte:

  1. Die unterbewusste Inkompetenz
  2. die bewusste Inkompetenz
  3. die bewusste Kompetenz
  4. die unterbewusste Kompetenz

Am Beispiel des Fahrradfahrens lässt sich dies sehr anschaulich beschreiben. Die unterbewusste Inkompetenz ist zu Beginn vorhanden. Sie wissen nicht wie man Fahrrad fährt und wissen auch nicht, wie schwierig es ist, dies zu erlernen. Bei der bewussten Inkompetenz werden Sie sich bewusst, dass Sie nicht Fahrrad fahren können und dies vielleicht gerne erlernen wollen. Dann lernen Sie das Fahrradfahren und treten in die Stufe der bewussten Kompetenz. Sie können fahren, aber dies erfordert Ihre volle Aufmerksamkeit. Sie müssen treten, lenken oder bremsen – viele Dinge gleichzeitig. Wenn Sie viel üben kommen Sie in den Zustand der unterbewussten Kompetenz. Sie können Rad fahren, ohne sich darüber Gedanken zu machen, es ist Ihnen „in Fleisch und Blut übergegangen“.

Die Hypnose erlaubt es uns, gezielt mit dem Bereich des Unterbewusstseins zu arbeiten. Gemeinschaftlich können wir unerwünschte Verhaltensgewohnheiten, die sich im Laufe der Zeit im Unterbewusstsein eingeschlichen haben, positiv beeinflussen und gezielt umprogrammieren. Geschieht dies über einen bestimmten Zeitraum, so können die unerwünschten Gewohnheiten durch neue positive Glaubenssätze ersetzt werden.

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